Leben auf einem Boot
Quelle: eigenes Foto

Leben auf einem Boot

Wir haben 2016 den Entschluss gefasst, unser bisheriges Leben zu ändern und auf ein Hausboot (eine alte Tjalk) zu ziehen. Ich habe im Vorfeld viel recherchiert, wie wir das Leben auf einem Boot gestalten können. Über viele Dinge habe ich mir viel zu viel Kopf gemacht – tatsächlich ist alles umsetzbar und wir vermissen nichts.

Wie wir die alltäglichen, organisatorischen Dinge geklärt haben, kannst Du hier nachlesen.

Alltägliche Bedürfnisse

Toilette

Wir haben die Bordtoilette gegen eine Trockentrenntoilette ausgetauscht. Mehr dazu kannst Du hier nachlesen ->

Duschen

Wir haben schnell beschlossen, dass wir keine Dusche an Bord haben wollen. Erstens nimmt eine Dusche wertvollen Platz weg, zweitens muss dann der Wassertank entsprechend groß sein, drittens muss das Wasser erwärmt werden, viertens muss das Abwasser irgendwo bleiben und fünftens ist Feuchtigkeit im Boot eh schon ein Thema für sich.

Duschen kann man immer! Viele in unserem Umfeld können / konnten das nicht nachvollziehen. Aber wir können zum Beispiel im Hafen duschen, auf einem Camping-Platz und zur Not auf einem Rastplatz. Zudem sind wir üblicherweise eh mehrmals in der Woche beim Sport und in der Sauna und duschen dort sowieso. Der schönste Nebeneffekt ist für mich nach wie vor, dass ich das nicht mehr saubermachen muss. Wie habe ich es gehasst, Kalkflecken etc. zu schrubben.

Heizung

Wir können auf mehrere Heizsysteme zurückgreifen. Hauptsächlich nutzen wir aber unseren Ölofen. Weitere Infos zum Einbau / Umbau kannst Du hier nachlesen ->

Wasser / Abwasser

Unser 200 Liter Wassertank reicht für uns erstaunlich lange. Es ist schon spannend, wie viel Wasser wir sparen können, seit wir uns mit dem Thema intensiv beschäftigen und bewusst auf die Nutzung achten.

Abwasser sammeln wir in einem Kanister und entsorgen es fachgerecht. Wie gesagt fällt bei uns nicht viel an und dank Corega Tabs riecht auch nix.

Strom

Zum Thema Strom hatte ich mir am Anfang viel zu viele Gedanken gemacht. Unser Solarpanel reicht in der Regel völlig aus und wir verbrauchen interessanterweise auch viel weniger Strom als gedacht.

Mehr zu unserer Lösung gibt es hier zu lesen->

Organisatorisches

Post und Pakete

Wir haben keinen Briefkasten mehr. Das merken wir sofort daran, dass wir wesentlich weniger Papiermüll haben (keine Zeitungen, Werbung etc.). Unsere Post geht jetzt direkt in unser Postfach. Leider klappt das nicht immer, aber unser Hafenmeister ist da sehr kulant und nimmt auch unsere Post entgegen.

Wir haben keine Klingel mehr. Der Paketbote kann uns gar nicht finden.

Glücklicherweise kann man mittlerweile fast alle Pakete an Sammelstationen liefern lassen. Wenn das nicht geht, ist die Familie auch das ein oder andere Mal so nett gewesen, unsere Lieferungen für uns anzunehmen, oder unser Hafenmeister nimmt es entgegen.

Wäsche waschen

Wäsche waschen ist auch kein Thema mehr. Wir fahren in den Waschsalon. Im Sommer nutzen wir auch manchmal unsere kleine Waschtrommel. Da diese manuell mit einer Kurbel betrieben wird, kann man das Wäschewaschen auch als kleine Trainingseinheit betrachten. (Übrigens wird normal verschmutzte Wäsche auch mit kaltem bzw. lauwarmem Wasser sauber. Wir haben uns einen Waschball gekauft und das geht für die Wäsche zwischendurch wunderbar.)

Trocknen können wir die Wäsche dann auf dem Achterdeck.

Internet

Zum Thema Internet habe ich anfangs viel recherchiert. Allerdings sind wir ja nicht auf See, daher haben wir es etwas einfacher.

An unserem Liegeplatz habe ich mich für einen Homespot mit begrenztem Datenvolumen entschieden. Für uns ist das völlig ausreichend. Ich kann zu Hause auf dem Boot entspannt arbeiten und selbst unsere Streaming-Abende sind kein Problem. Wenn wir unterwegs sind, nutzen wir Internet via Handy. Auch hier kamen wir bisher immer hin, da wir uns auch gut offline beschäftigen können.


Das schöne ist, dass egal was kommt, wir uns Gedanken machen und immer eine Lösung finden. Wir denken nicht mehr in vorgegebenen Rastern und Mustern, sondern sehen alternative Möglichkeiten und improvisieren auch mal.

Wie alles begann, kannst Du hier nachlesen

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