Katze und Wasser
Quelle: eigenes Foto

Katze und Wasser

Ich habe mir im Vorfeld viele Gedanken darüber gemacht, ob das Leben auf einem Boot für unsere Tiere geeignet ist. Vor allem hatte ich große Bedenken wegen unserer Katzen. Ich habe viel im Internet recherchiert und mich durch diverse Foren gelesen.

Mein Fazit: es gibt Katzen auf Booten, es gibt Katzen, die mit ihren Besitzern im Wohnmobil unterwegs sind und natürlich gibt es auch Katzen, für die das gar nicht funktioniert hat.

Was mir also blieb war die Erkenntnis, dass ich auf mein Gefühl vertrauen muss und meine Tiere genau beobachten werde, um entsprechend handeln zu können.

Bei unserem Hund hatte ich gar keine Bedenken, denn er ist bei jeder Aktion quasi der erste, ist völlig angstfrei, mutig und neugierig. Hier besteht unsere Aufgabe eher darin, ihn mit seinem Temperament etwas zu zügeln, damit gar nicht erst etwas passiert und sich dadurch negative Erfahrungen festsetzen könnten.

Mit einer Katze auf einem Boot wohnen

Bei den Katzen sieht es schon etwas anders aus, doch auch hier habe ich es gewagt, da meine beiden nie große Freigänger waren und sehr auf mich/uns fixiert sind.

Kitty war leider nur kurz mit an Bord. Ihr Krebsleiden wurde schnell schlimmer, sodass wir sie erlöst haben. Wir vermissen sie sehr!

Chouchou hat sich prima eingelebt. Sie ist schon immer sehr auf mich bezogen und daher weiß ich auch, dass sie sich am wohlsten fühlt, wenn sie einfach dabei sein darf.

Nach einer Eingewöhnungszeit von mehreren Wochen, habe ich sie dann auch mal rausgelassen. Sie hat erst einmal vorsichtig das Boot inspiziert und später auch die Steganlage.

Seitdem geht sie jeden Abend ihre Runde oder sitzt auf dem Achterdeck und beobachtet die Umgebung.

Wenn die Mieze baden geht...

Chouchou hört in der Regel sehr gut, so dass ich abends nur kurz rufen muss und sie dann wieder reinkommt.

Doch eines Abends (im Sommer) wollte sie partout nicht hören und wir wollten ins Bett, also habe ich sie draußen gelassen. Was soll ich sagen… ich bin plötzlich aufgewacht und wusste sofort, dass sie ins Wasser gefallen ist – keine Ahnung woher.

Ich bin sofort raus und wollte sie suchen, doch da kam sie bereits klitschnass mit einem ziemlich angep… Gesichtsausdruck (ja, auch Katzen haben eine Mimik) den Steg entlang zurück an Bord. Ich habe sie sofort in ein Handtuch gewickelt und so gut es ging getrocknet.

Mir ging es in diesem Moment definitiv schlechter als ihr, denn sie ist sofort schlafen gegangen, während ich hellwach ihre nasse Spur verfolgt habe, um zu sehen, wie sie es aus dem Wasser geschafft hat.

Ich bin immer noch beeindruckt, dass sie allein aus dem Hafenbecken geklettert ist. Katzen sind schon faszinierende Tiere.

Ich habe mir noch lange Vorwürfe gemacht, doch jemand sagte lachend zu mir „das passiert nur einmal – das hat sie jetzt gelernt!“

Und tatsächlich… Chouchou geht immer noch gern raus, klettert auf unserem Boot umher, flaniert über den Steg oder sitzt an Deck und hält Ausschau. Das mit dem Wasser drum herum hat sie verstanden und es gab bisher keinen weiteren Vorfall. Allerdings achte ich jetzt darauf, dass sie nachts wieder drinnen ist – dann kann ich nämlich ruhiger schlafen.

Jedenfalls bereue ich nicht, diese Entscheidung getroffen zu haben. Wir leben hier alle zufrieden zusammen in unserem kleinen „Rudel“.

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