Auf den Hund gekommen
Quelle: eigenes Foto

Auf den Hund gekommen

Ich bin mit Hunden aufgewachsen. „Ohne Hund bin ich kein Mensch“

Nachdem ich meine letzte Hündin aufgrund ihres hohen Alters und den damit einhergehenden gesundheitlichen Problemen 2012 erlösen musste, kam ein Hund erst einmal nicht mehr in Frage (Faktor Zeit, Betreuung während der Arbeit etc.)

Es waren vier lange Jahre ohne Hund, in denen es mir selbst gesundheitlich zunehmend schlechter ging.


Im September 2016 war es dann soweit. Die Sehnsucht nach einem eigenen Hund war zu groß geworden.

Marco stimmte sofort zu – auch, dass wir in unserem Leben dann so einiges ändern müssten (was wir ja auch getan haben).

Ich wollte nicht einen Hund anschaffen und diesen dann den ganzen Tag über von einer anderen Person betreuen zu lassen, damit ich arbeiten kann, um Geld zu verdienen, um die Hundebetreuung zu bezahlen… (jaja, ich weiß, dass das kein anständiger Satz mehr ist)

Meine erste Hündin (Mischling) war ein Familienhund – mittelgroß, sportlich, sehr intelligent… Ein Traum von Hund. Wir haben sie als Welpe bekommen und ich bin quasi mit ihr aufgewachsen. Leider ist sie nur 11 Jahre alt geworden.

Meine zweite Hündin (ein Bernhardiner-Mix) habe ich eher durch Zufall bekommen – oder Schicksal… Vom Typ her passte sie so gar nicht zu mir – sie war eher ruhig und gemütlich unterwegs. Mit ihr konnte ich mir in Sachen Hundetraining beinahe die Zähne ausbeißen. Man musste sie aber einfach nur liebhaben, denn sie hatte auch jeden und alles lieb. Meine „Dicke“ hatte ich auch ca. 11 Jahre.

Diesmal wollte ich mir einen Hund wirklich aussuchen. Ich hatte somit konkrete Vorstellungen (Geschlecht, Größe, Fell, Sportlichkeit…) – also ab ins Tierheim und gucken (*grusel*).

Wie soll man da auswählen?

Es standen fünf Hunde zur Auswahl, auf die meine Wunschkriterien passten. Ich habe es mir dann relativ einfach gemacht und die endgültige Entscheidung an meinen Mann abgegeben.

Seine Wahl fiel spontan auf Lord – also haben wir gleich eine schöne Runde mit dem schicken 7 Jahre alten Mischling gedreht. In Sachen Leinenführigkeit war da definitiv noch Luft nach oben. Jedenfalls haben wir das ganze gleich fix gemacht.
Da wir damals noch in unserer Wohnung wohnten, brauchten wir noch eine Bescheinigung unseres Vermieters und mussten uns somit noch ein paar Tage gedulden.

Eine Woche später haben wir ihn dann abgeholt. Heute sage ich, auch das war Schicksal. Dass dieser Hund so gut zu uns passt, hätte ich im Traum nicht gedacht. Er hat sich superschnell eingelebt & seinen Platz im Rudel (neben den Katzen – damals noch zwei) gefunden.

Ein absolutes Power-Paket

Schon nach kurzer Zeit hat er sich als lernfreudiges Power-Paket geoutet – zu meiner großen Freude, denn ich liebe Hundetraining. Anfangs dachte ich zwar, dass ich diesen Hund nie von der Leine machen kann und dass die Schleppleine unser ewiger Begleiter bleiben wird, aber unser konsequentes Training hat sich ausgezahlt. Obwohl er damals schon 7 Jahre alt war, fehlten ihm die Basics. Normales, entspanntes Spazierengehen war nicht möglich.

Heute hört er super. Er bleibt (auch ohne Leine) immer in unserer Nähe, jagt nicht und freut sich genauso über Trainings-Sessions wie ich. Auch an der Leine ist er (wenn nicht gerade ein anderer Rüde auftaucht) sehr entspannt und wechselt nicht mehr ständig die Seiten oder zieht.

Am meisten Spaß macht uns allerdings das Suchtraining. Ich verstecke dann sein Spielzeug, oder werfe es irgendwohin und erst auf Kommando darf er los und es suchen. Er ist jedes Mal super stolz, wenn er es mir wiederbringt (und natürlich in die Hand gibt).

Lob und Aufmerksamkeit sind eh das größte für ihn, dadurch kann ich komplett auf Leckerlies verzichten.

Unser Lordi ist auf alle Fälle für jeden Spaß zu haben, freut sich über alle Menschen und stürzt sich mutig in jedes Abenteuer. Ich kenne nur wenige Hunde, die so „schmerzbefreit“ sind. Wenn etwas knallt hat er keine Angst, sondern versucht, den Verursacher zu maßregeln

Diesem verrückten Hund fällt auch ständig etwas Neues ein, mit dem er uns zum Schmunzeln bringt. Sein Alter merkt man ihm überhaupt nicht an.

Eine seiner Lieblingsbeschäftigungen ist, große Krater am Strand zu buddeln. Er schmeißt da sein Spielzeug rein, buddelt es wieder aus (bis es in hohem Bogen wegfliegt), holt es wieder, schmeißt es wieder rein, buddelt es aus…
Er spielt quasi mit sich selbst und wir sehen ich dabei zu.
Zum Glück haben wir an der Elbe die Tide, so dass der Strand später wieder normal aussieht und sich niemand die Füße brechen kann.

Lord beim Buddeln - tietloos.de
Quelle: eigenes Foto

Hast Du auch so tolle Erfahrungen mit einem Tierheim-Hund gemacht?

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen