Der Kamin – oder auf der Suche nach der passenden Heizung

Als wir die Tietloos gekauft haben, war bereits eine Truma Gasheizung verbaut. Allerdings hatte diese nur einen Auslass im Salon – was bei einer Bootlänge von 12,5 m bei niedrigen Außentemperaturen definitiv zu wenig ist. Marco hat dann zunächst die Truma erweitert und zwei weitere Auslässe gesetzt (einen im Bad und einen im Bug).

Prinzipiell sind wir mit der Truma auch sehr zufrieden, allerdings ist der Gasverbrauch während der Heizperiode recht hoch und der Lüfter der Heizung verbraucht schon ganz gut Strom, was zu Lasten der Batterie geht. Wir versuchen, so gut wie möglich autark zu sein und da ist der Stromverbrauch schon relevant.

 

Unser Traum von Beginn an war ein Holzofen mit Sichtfenster. Der schwierigste Teil war bis dahin, einen Kamin zu finden mit relativ kleiner Heizleistung, den passenden Maßen und dem gewünschten Sichtfenster – hatte zwar etwas gedauert, aber dann hatten wir ihn gefunden.

Den richtigen Platz hatten wir auch schnell festgelegt und hierfür gern auf einen Teil der Sitzbank verzichtet.

Die Auskleidung hat Marco selbst gemacht. Die Decksdurchführung haben wir machen lassen. Ob Man(n)/Frau es glaubt oder nicht, die Aktion des Kamineinbaus zog sich über ca. 1 Jahr hin (inklusive versenkter Teile – schon doof, wenn man auf dem Deck auf einer Schräge etwas Rundes ablegen will…).

 

Dann endlich hatten wir ihn – unseren Kamin.

Wer einen hat, der weiß sicher, dass man sich da erst einmal ran testen muss. Welche Brennstoffe sind gut? Wie muss die Zugluft eingestellt sein? etc.

Es dauerte leider gar nicht lange und da gab es die ersten Beschwerden. Unser Kamin raucht zu stark und stinkt – das übliche halt.

 

Da wir unseren Liegeplatz wirklich genial finden und ein sehr gutes Verhältnis zu unserem Hafenmeister pflegen, haben wir eingelenkt und uns nach einem alternativen Heizsystem umgesehen. Die Decksdurchführung und unser schöner Schornstein sollten nicht umsonst gewesen sein und so kamen wir zu einem Ölofen. Hier haben wir uns für ein handelsübliches Modell entschieden. Wir haben den Platz und wir brauchten etwas Gewicht auf der Seite (als Gegengewicht für die Tanks).

Der Ofen hat auch ein Sichtfenster – zwar kein knisterndes Feuer aber dafür ein hübsches Flammenspiel. Was soll ich sagen, die Heizleistung ist phänomenal! Es ist bei uns eher zu heiß als zu kalt und wir freuen uns jetzt schon riesig auf den Winter und auf ein paar hoffentlich kalte Tage, an denen wir die Leistung des Ofens weiter testen können. Bisher läuft er nämlich nur auf kleinster Flamme.

Vom Verbrauch sind wir auch positiv überrascht.

Die Wärmeverteilung im Boot ist noch nicht ganz optimal. Wir haben einen Kaminventilator und zusätzlich optional zwei Lüfter über 12V zuschaltbar. Damit sind wir sicherlich gut aufgestellt und kommen unserem Ziel - mit wenig Strom auszukommen - wieder etwas näher.

geschrieben von Sonja D. / 2018-10


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